Liebe Geschwister, Freunde und Leser,
mit dankbarem Herzen blicken wir auf ein ereignisreiches Jahr zurück: dankbar für Bewahrung, auch für die Bereitschaft Schweres anzunehmen und daran zu reifen, dankbar für die Hoffnung auf das ewige Leben und vor allem für das Evangelium Gottes, das uns das Heil bringt! Und damit sind wir beim Thema: Weihnachten!
Damals, als der Engel zu einer jungen Frau nach Galiläa kam und ihr die Nachricht brachte, dass sie die Mutter Jesu werden würde, ist sie Teil des größten Mysteriums der Geschichte geworden. Kein Wunder, dass sie erschrak – und doch war sie so ergeben, dass sie sagte:
„Siehe ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast“ (Lukas 1,38).
Diese Ergebenheit in Gottes Willen hat Marias Leben geprägt. Später war sie mit dabei auf dem Söller, als die Verheißung des Vaters erfüllt wurde und die Jünger und mit ihnen 120 Personen mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden.
Gottes Sohn – Menschensohn
Damals sagte der Engel, dass „die Kraft des Allmächtigen sie überschatten wird, und deshalb wird auch das Heilige, das von ihr geboren wird, Gottes Sohn genannt werden“ (Lukas 1,35). Jesus selbst nennt sich aber „der Menschensohn“, was an vielen Stellen der apostolischen Schriften bestätigt wird, so auch im Johannesevangelium Kapitel 1, Verse 1-5:
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.“
Vers 14:
„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Er wurde Fleisch – Menschensohn! Er wurde ganz Mensch und hat unsere Natur, unsere Gefühle, unsere Geschichte in sich aufgenommen, weil er dem Fleische nach aus dem Geschlecht Davids kam (Römer 1,2) und er hat sich unser angenommen und wurde den (Menschen-)Kindern gleich (Hebräer 2, 14-7) um uns zu erlösen! Wie ein früher Kirchenvater es ausdrückte: „Nur was ganz angenommen, kann auch ganz geheilt werden“.
Erlösung ist Vergebung und Heilung, Wiederherstellung und Vollendung des Menschen.
Jesus Christus, Urheber ewigen Heils
Was es den Menschensohn gekostet hat das Heil zu schaffen, können wir in Jesaja 53 lesen. Und dieses Kapitel beginnt mit „Wer glaubt was uns verkündigt wurde, und wem ist der Arm des Herrn offenbart?“ Für gläubige Menschen sind Zerbruch und das eigene Leben zum Schuldopfer zu geben eine Schule, aber zugleich auch die Offenbarung der Arme des Schöpfers, der Neues schafft – und da bekommt die Seele einen ewigen Trost und wird gebildet für die Ewigkeit!
So wie durch eines Menschen Sünde das Verderben durchgedrungen ist zu allen Menschen, so kommt nun auch durch den Einen die Rechtfertigung, die zum Leben führt. So wie der Ungehorsam zum Verderben führte, so führt der Gehorsam zum Heil – zur Gerechtigkeit. (Römer 5, 12-17).
Ganz deutlich wird es mit den Worten aus Hebräer 5,7-10. Der Menschensohn hat – obwohl er Gottes Sohn war – Gehorsam gelernt und wurde, da er vollendet war, Urheber ewigen Heils:
„Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden, von Gott genannt ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.“
Ja, mögen auch wir wie Maria Gottes gutem und heilvollen Willen ergeben sein und das Heil annehmen, das durch Jesus kam. Mögen wir wie der Menschensohn trotz des Widerstandes, den wir aus unserer Natur kennen, Gehorsam lernen und möge auch das kommende Jahr uns größere Reife und tieferes Heil bringen.
Dann wird Weihnachten zu einem Fest der persönlichen Hoffnung auf Heil und Erlösung.
Euer dankbarer
Christoph Matulke

