70 Jahre Gemeindegeschichte: Jahre, in denen Gott Menschen zusammengeführt hat und Gemeinschaft und Glauben gewachsen sind. Dieses Jubiläum wurde am 29. August mit rund 580 Glaubensgeschwistern und Weggefährten der DCG Waldhausen in der angemieteten Halle in Adelberg gefeiert.
Von Einzelpersonen zu einer lebenskräftigen Gemeinde
„Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft“ – Dieser Bibelvers aus 1. Korinther 15; 43 war der Leitgedanke des ganzen Festes.
Kåre J. Smith, Vorsteher der BCC, war extra aus Norwegen angereist und sprach darüber, Christus einfältig und um seinetwillen zu dienen – aus Gegenliebe zu IHM. „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab…“ (Johannes 3,16) „Es gibt also keine andere Art zu lieben, als zu geben. Wenn das Wort Gottes wirksam wird und wir einander Liebe beweisen, indem wir dienen, dann wird es herrlich in einer Gemeinde“, so Smith.
Wie alles vor 70 Jahren begann
Das Mediateam hatte einen Film über die Entstehungsgeschichte der Gemeinde in Waldhausen vorbereitet und ließ damit die Anfänge vor 70 Jahren lebendig werden.
Es begann mit August Schneider, der während des Zweiten Weltkriegs als Soldat in Norwegen stationiert war und dort Ole Jonassen kennen lernte. Schneider und der Norweger kamen schnell auf Gottes Wort zu sprechen. Jonassen lud ihn sogar zu sich nach Hause ein – ein für die damalige Zeit mutiger Schritt! Sie hielten den Kontakt, doch bald wurde August Schneider nach einem Heimaturlaub an einen anderen Einsatzort versetzt. Schließlich geriet er in russische Kriegsgefangenschaft. Fast fünf Jahre vergingen, bis er wieder nach Hause zurückkehren konnte.
Als Schneider schließlich heimkehrte, erwartete ihn ein ganzer Stapel Briefe von Ole Jonassen. Der Briefkontakt wurde wieder aufgenommen und über die Jahre weitergeführt.
Ein Treffen, das vieles veränderte
Im Jahr 1956 besuchte August Schneider auf Initiative von Ole Jonassen ein Allianztreffen der Philadelphia-Bewegung in Leonberg, zu welchem verschiedene Prediger unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften eingeladen waren.
Bei diesem Treffen kam es zum entscheidenden Kontakt mit den norwegischen Glaubensbrüdern der heutigen BCC. Unter ihnen auch Sigurd Bratlie. Ihre Botschaft war, dass es im christlichen Leben nicht nur um die Vergebung der Sünden geht, sondern um die Nachfolge Jesu: ein Leben im Glaubensgehorsam und Wachstum in den Tugenden. Ihre Verkündigung war lebensnah und echt.
Diese Botschaft begeisterte August Schneider. Der Kontakt zu den norwegischen Glaubensgeschwistern vertiefte sich. Er und seine Frau luden sie zu sich nach Hause in Plüderhausen ein. Es entstanden Hausversammlungen, zu denen immer mehr Menschen kamen.
Aus diesen Anfängen entwickelte sich nach und nach die Ortsgemeinde DCG Waldhausen. Was damals mit einzelnen Kontakten und Begegnungen begann, ist über sieben Jahrzehnte zu einer großen lebenskräftigen Gemeinde gewachsen, die heute rund 500 Mitglieder zählt.
Dankbarkeit für die Verheißungen im Evangelium
Inhaltsreiche Redebeiträge, Zeugnisse und gemeinsame Lieder gaben dem Festgottesdienst einen besonderen Inhalt.
Viele drückten ihre Dankbarkeit aus – für die Pioniere, denen kein Einsatz zu groß war, um Gottes Wort zu verkündigen und weiterzuverbreiten, aber auch für Gottes Wirken und Hilfe in der heutigen Zeit.
Unterstrichen wurde diese Dankbarkeit unter anderem vom Chor, der das Lied 240 aus „Wege des Herrn“ vortrug mit dem Chorus:
„Ehre, Preis dem Gottes Lamm,
nie zuschanden werden kann,
wer auf die Verheißung wartet,
Ehre, Preis dem Gottes Lamm.“
Nach dem offiziellen Fest in der Eishalle ging der Abend auf der Wiese vor der „Adelbar“ weiter. Bei guter Musik und bester Stimmung konnten die Gäste den Tag gemütlich ausklingen lassen.

